Scicon online-Vorträge

Tom Rosenstiel: Journalismus und Demokratie im digitalen Zeitalter
(01. Oktober 2020, 15 Uhr MEZ)

Mod.: Prof. Holger Wormer
Die virtuelle SciCon-Reihe begann mit einem Vortrag von Tom Rosenstiel. Tom Rosenstiel ist Geschäftsführer des weltweit angesehenen, 1946 gegründeten American Press Institute. Er hat für die wichtigsten US-amerikanischen Medien als Journalist gearbeitet und zählt zu den renommiertesten Medienexperten der Welt. Sein 2001 gemeinsam mit Tom Kovach publiziertes Buch The Elements of Journalism, in dem die Autoren eine Theorie des Qualitätsjournalismus entwickeln, zählt laut Wall Street Journal zu den fünf wichtigsten Werken, die zum Journalismus veröffentlicht wurden.

Prof. Victor Pickard: Demokratie ohne Journalismus? Dimensionen der Medienkrise
(07. Oktober 2020, 17 Uhr MEZ)

Mod.: Prof. Christopher Buschow
Der US-amerikanische Medienforscher Victor Pickard, ein ausgewiesener Kenner der US-amerikanischen Medienlandschaft, ist einer der einflussreichsten Vordenker einer neuen Medienordnung. Pickard macht sich insbesondere für öffentlich-rechtliche Mediensysteme stark. Seine Kernthese, erstmals entwickelt in seinem einflussreichen Buch „Saving the News: Toward a National Journalism Strategy“, lautet: „Das systemische Marktversagen, von dem unsere Nachrichtenindustrien betroffen sind, macht politische Interventionen und öffentliche Alternativen erforderlich.“

Dame Frances Cairncross: Was können Regierungen von der Medienkrise in Großbritannien lernen? Empfehlungen aus dem Cairncross-Gutachten „A sustainable Future for Journalism“
(14. Oktober 2020, 17 Uhr MEZ)

Mod.: Christina Sartori (freie Wissenschaftsjournalistin; Mitglied der Wissenschaftspressekonferenz (WPK))
Dame Frances Cairncross ist eine britische Wirtschaftswissenschaftlerin, angesehene Journalistin und Akademikerin. Cairncross ist Autorin des 2019 veröffentlichten gleichnamigen Berichts, der eine Bestandsaufnahme des britischen Mediensystems vornimmt. Darin empfiehlt Cairncross staatliche Förderprogramme für die Medien. Die britische Regierung hat bereits Ende letzten Jahres Teile der Cairncross-Empfehlungen umgesetzt. Frances Cairncross verbrachte 13 Jahre als Wirtschaftskolumnistin für den Guardian und 20 Jahre als leitende Redakteurin bei The Economist.

Prof. Julia Cagé: So retten wir die Medien: Ein neues Geschäftsmodell für Medien in der Krise
(26. Oktober 2020, 17 Uhr MEZ)

Mod.: Prof. Christopher Buschow
Prof. Julia Cagé ist eine Pariser Medienökonomin, die sich intensiv mit der Krise des journalistischen Geschäftsmodells und der Rolle der Medien in der Demokratie befasst hat. In ihrem viel beachteten Buch „Saving the Media“  entwickelt sie die Idee eines neuen Business Modells für die kriselnden Medien. Ihr Vorschlag: Gründung einer Nonprofit-Medienorganisation, auf halbem Weg zwischen einer Stiftung und einer Aktiengesellschaft. Ein solches Modell würde laut Cagé unabhängigen Journalismus ermöglichen, der nicht von Aktionären, Anzeigenkunden und Regierungen beeinflussbar ist.
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Prof. Magda Konieczna: Gemeinnütziger Journalismus: Warum wir Journalismus als öffentliches Gut benötigen
(28. Oktober 2020, 16 Uhr MEZ)

Mod.: Prof. Christopher Buschow
Die US-Amerikanische Medienwissenschaftlerin Prof. Magda Konieczna ist eine weltweit führende Expertin zum Thema Nonprofit-Journalismus.
Zur Anmeldung

Chris Anderson: Ideen für einen relevanten Journalismus im digitalen Zeitalter
(09. November 2020, 14 Uhr MEZ)

Mod.: Prof. Holger Wormer
Chris Anderson von der Universität Leeds, der sich als Experte für den digitalen Wandel im Journalismus einen Namen gemacht hat; er ist Autor des Buchs Remaking the News: Essays on the Future of Journalism Scholarship in the Digital Age.
Zur Anmeldung

Außerdem sind Sessions zu staatlichen Medienförderprogrammen in Österreich, der Schweiz, Kanada und zu Stiftungs-, Markt- oder divers finanzierten Medienprojekten aus Deutschland, den USA, Schweiz und Großbritannien geplant.

Die genauen Vortragstermine geben wir rechtzeitig auf dieser Webseite und über die sozialen Medien bekannt.

Scicon-Arbeitskonferenz

Ende November wird in Freiburg – gelegen im Dreiländereck Deutschland / Frankreich / Schweiz – die Fachkonferenz „Science Journalism in the Digital Age“ (SciCon) stattfinden. Die Konferenz wird veranstaltet von der Wissenschaftspressekonferenz (WPK, Deutschlands Berufsverband für Wissenschaftsjournalisten und acatech – Deutsche Akademie für Technikwissenschaften.

SciCon richtet sich an ein internationales Fachpublikum aus Journalismus, Wissenschaft, Wissenschaftspolitik und fördernden Institutionen. In diesem ausgesuchten Kreis – die Konferenzteilnehmenden aus Europa und den USA werden von WPK und acatech gezielt eingeladen – werden wir drei Themenkomplexe erörtern:

  • Evidence in the public sphere: Welche Rolle spielt Journalismus über Wissenschaft für informierte gesellschaftliche Entscheidungen? Welche (neuen?) Bündnisse und Strukturen braucht es, damit bestmöglichen Argumenten Gehör und Vertrauen geschenkt wird und Verunsicherungskampagnen weniger Wirkung erzielen? Welche Mechanismen entwickeln politische Entscheidungsträger, um ihre Entscheidungen in einem vielstimmigen Umfeld zu verknüpfen mit bestmöglicher Evidenz? Welche Rolle spielt Wissenschaftsjournalismus in diesem Kontext? Welche Rolle können die Wissenschaft selbst, politikberatende Wissenschaftseinrichtungen und die Politik spielen? Wie erhöhen wir die Resilienz von Gesellschaften gegen Desinformationskampagnen? Welche Rolle spielen die sozialen Medien in diesem Prozess der Evidenzorientierung?
  • New media (business) models: Was wissen wir über marktförmige Geschäftsmodelle für Qualitätsjournalismus im digitalen Zeitalter? Welche anderen Formen journalistischer Refinanzierung gibt es, welche unterstützenden Akteure und Strukturen? Welche Möglichkeiten gibt es für Dritte, die digitale Transformation der Medien zu unterstützen? Welche Rolle sollen künftig öffentlich-rechtliche Mediensysteme spielen? Welche medienpolitischen Konzepte gibt es in Europa (bezogen auf Länder-/EU-Ebene)?
  • Communicating Science to the public: Wie sieht nachhaltige, wirksame Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter aus? Was wird in diesem Kontext die Rolle redaktioneller Medien sein? Welche strategischen Weichenstellungen für die Wissenschaftskommunikation sind sinnvoll angesichts der digitalen Transformation? Wie trägt Wissenschaft am effektivsten dazu bei, evidenzbasierte öffentliche Debattenräume zu erhalten? Welche Rolle spielen die sozialen Medien in dem Zusammenhang? Sind von der Wissenschaft betriebene, massenmedial wirksame Angebote der Königsweg der Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter? Welche Rückkopplungseffekte für die Wissenschaft können entstehen, wenn die Wissenschaft selbst die Funktion eines Massenmediums einnimmt, also direkte Kommunikation mit dem Publikum betreibt (Politisierung der Wissenschaft, Reputationsrisiken)? Welche Rolle spielen künftig professionelle PR-Agenturen in den Kommunikationsstrategien der Wissenschaft?